| 30.03.2009 | Hilfe! Wie lerne ich am besten große Stoffmengen? Mit 7 Lernmethoden zum Erfolg! |
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Ulrike Walter Version 1.00.01 Gelesen: 1598 |
Während der WE-Ausbildung gilt es, viele viele Fakten zu lernen. Für Teilnehmer, die noch „frisch“ von der Schule, Uni oder Fachhochschule kommen, sollte dies kein allzu großes Problem darstellen. Ist man aber schon länger aus diesen lernintensiven Phasen heraus, fällt es einem schwer, erst einmal wieder dort hinein zu kommen. Aus diesem Grund möchte ich ein paar Methoden vorstellen, um das Lernen zu erleichtern. Ja, vielleicht finden Sie hier auch wertvolle Tipps für das Merken von PINs oder Passwörtern, oder wie Sie verlegte Handys, Brillen und Geldbörsen einfacher wiederfinden…oder sich Namen von Kunden merken können. Um erfolgreich zu lernen, sind erst einmal ein paar Grundvoraussetzungen zu schaffen: Lernen braucht Energie, und um die bereitzustellen, brauchen wir also ausreichenden Schlaf und eine gesunde Ernährung. Weiterhin müssen wir motiviert und am Lernstoff interessiert sein, außerdem ist Konzentration gefragt (also ein ruhiges Lernumfeld ohne Ablenkungen). Entspannt lernt es sich besser: Ideal für den Lernvorgang sind die Alpha-Wellen des Gehirns mit 8 -12 Hertz. Diese ideale Lernfrequenz mit der größten Aufnahmefähigkeit und Kreativität erreicht man zum Beispiel bei geschlossenen Augen in komplett entspannter Haltung. Um den erreichten Alpha-Wellen-Zustand zu erhalten, kann klassische Musik im Hintergrund laufen gelassen werden, gerade so, dass sie noch wahrnehmbar ist. Probieren Sie doch einfach einmal aus, ob Sie darauf ansprechen! Schon der Philosoph Aristoteles sagte in seinem Werk „Über die Seele“, dass Informationen nicht ohne Bilder gedacht werden können. Informationen sollen also in bildhafte Vorstellungen gekleidet und mit Emotionen verknüpft werden, da Gefühle die Merkfähigkeit steigern. Die Lernkanäle des Gedächtnisses sind sehr vielfältig. Da haben wir einmal das visuelle oder bildhafte Gedächtnis (merken von Bildern oder Gesichtern), das verbale oder auditive Gedächtnis (merken von Vokabeln, Namen, Orten), das Zahlengedächtnis (merken von Telefonnummern oder Terminen), das motorische Gedächtnis (Radfahren, Tanzen, Schwimmen) und das episodische Gedächtnis (chronologische Ereignisse, wie z.B. der erste Kuss). Außerdem unterscheiden wir verschiedene Lerntypen, da gibt es einmal den visuellen Typ (lernen mit Bildern), den auditiven Typ (akustisches Lernen, z.B. über vortragen, laut lesen) oder den motorischen Typ (z.B. beim Lernen schreiben, zeichnen). Zu welchem Lerntypen Sie sich zählen, können Sie sehr schnell durch Ihre eigenen Lernerfahrungen herausfinden. Nicht ohne Grund redet man heute vom Gehirnjogging – Lernen will geübt sein. Beim Lernen werden Nervenzellen miteinander vernetzt, es lohnt sich also, den Taschenrechner beiseite zu legen und unseren „Gehirnmuskel“ zu trainieren. Sie werden merken, dass Sie sich mit dem Lernen leichter tun, wenn Sie einmal den Einstieg gefunden haben. Haben Sie sich erst einmal überwunden, den Kopf anzustrengen, geht’s von Tag zu Tag leichter. Lernen ist gewissermaßen auch vom Alter abhängig, aber diese Ausrede zählt nicht. So mancher Senior steckt einen Junior in die Tasche, und besonders dann, wenn Sie folgende Methoden anwenden: Methode 1: GeschichtenmethodeDiese Methode eignet sich für Wortlisten oder Gliederungspunkte. Hierbei werden Stichpunkte der Reihe nach zu einer Geschichte verbunden. Die rechte Gehirnhälfte ist dafür zuständig, eine bildhafte Vorstellung zu kreieren – die linke (logisch denkende) Gehirnhälfte darf dabei keine Zensuren aussprechen. Fantasie ist gefragt – je verrückter Ihre Geschichte, desto besser lässt sie sich merken. Beispiel: Sie möchten sich merken, wie ein Projektmanager seine Autorität stärken kann – es sind fünf Autoritäten, nämlich die formale, finanzielle, bürokratische, fachliche und charismatische Autorität. Bauen Sie sich dazu einen verrückten Satz: Die Kuchenform finanziert sich über bürokratische Fachidioten mit charismatischer Ausstrahlung.
Methode 2: Loci-TechnikMit dieser Methode lassen sich lange (!) Wortlisten einfach merken. Sie stellen sich dabei einen langen bekannten Weg vor, z.B. den Weg zur Arbeit, auf dem nicht bewegliche, unterscheidbare Orte liegen – das sind die so genannten „Auslöser“. Lernen Sie die Reihenfolge dieser Orte gut auswendig. Die Orte verbildlichen Sie dabei, z.B. die Bäckerei mit einem Brezel. Im zweiten Schritt versehen Sie diesen Ort mit dem zu merkenden Begriff, zu dem Sie sich eine kleine Geschichte ausdenken. Üben Sie dann den Ablauf der Geschichte. Beispiel: Rich Media Bannerformen sind Sticky Ads, Interstitial, Superstitial, Expanding Banner, HTML Banner... Wir beschränken uns einmal auf diese fünf Beispiele. Ich stelle mir vor, wie ich auf dem Weg zur Arbeit an folgenden Geschäften vorbei komme: Drogerie, Post, Bank, Bäcker, Rathaus. Die Geschäfte bekommen von mir assoziierte Bilder: Babybrei, Päckchen, Geldstück, Brezel, Bürgermeister. Im nächsten Schritt verbinde ich die Auslöser mit den zu merkenden Begriffen: Der Babybrei klebt mir wieder einmal an den Fingern wie ein Sticky Ad, daher schicke ich ihn als Päckchen mit einer Interstitial Marke ins Ausland, dafür brauche ich aber super-schnell in Form eines Superstitials Geld. Mit dem Wechselgeld kaufe ich mir eine Brezel, durch die ich leider aufgehe wie ein Expanding Banner. Zur Beschwerde gehe ich zum Bürgermeister, dem ich meinen Beschwerdebrief in HTML übergebe.
Methode 3: PersonengedächtnisUm sich Namen besser zu merken, werden Gesichtsmerkmale mit dem Namen verbunden. Die Gesichtsmerkmale werden dabei in Bilder gekleidet. Auch lassen sich Charaktereigenschaften mit dem Namen verbinden (Frau Kluge, Herr Sauer). Das Gegenteil des Namens kann ebenso einprägsam sein (Frau Wohlrabe wird zur Übelkrähe). Ihre eigenen Kreationen sind die für Sie am besten einprägsamen! Komplizierte Namen sprechen Sie aktiv wiederholt aus, um diese besser abspeichern zu können.
Methode 4: SchubladenmethodeMit der Schubladenmethode lassen sich Begriffe nach dem Alphabet merken. Sie bietet sich z.B. für freie Vorträge an. Auslöser könnten beispielsweise Tiere sein. Man muss sich also das Alphabet als 26 Schubladen vorstellen, die mit einem bestimmten Tiernamen versehen sind. Folgende Zuordnung müssten Sie in unserem Tierbeispiel vorher auswendig lernen: A = Affe, B = Biene, C = Chamäleon, D = Dachs, E = Esel, F = Fisch, G = Gans, H = Hund, I = Igel, J = Jaguar, K = Katze, L = Löwe, M = Maus, N = Nilpferd, O = Otter, P = Pferd, Q = Qualle, R = Reh, S = Schlange, T = Tiger, U = Uhu, V = Vogel, W = Waschbär, X = Echse, Y = Yak, Z = Zebra Nun werden die neuen Lerninhalte in die Schubladen eingeordnet, indem jedes Tier eine passende Geschichte bekommt. Beispiel: Stellen wir uns vor, Sie müssten einen Vortrag über Abrechnungsmodelle von Werbebannern halten. Sie wollen sich dazu merken: Pay per View, Pay per Click, Pay per Action, Pay per Lead, Pay per Sale. Folgende Tiere verbildlichen diese Reihenfolge: Vogel, Chamäleon, Affe, Löwe, Schlange. Nun eine passende Geschichte dazu: Der Vogel verwandelt sich wie ein Chamäleon und wird zum Affen. Der Affe zieht den Löwen am Schwanz, die wie eine Schlange aussieht.
Methode 5: Zahl-Wort SystemWem 26 Begriffe nicht genug sind, kann sich mit dem Zahl-Wort-System austoben. Zahlen von 0 bis 100 sind mit feststehenden Ausdrücken verbunden. Die Begriffe müssen mit Karteikarten auswendig gelernt werden. 0: Zero, 1: Tee, 2: Noah, 3: Mai, 4: Reh, 5: Eule, 6: Schuh, 7: Kuh, 8: Efeu, 9: Bau, 10: Dose, 11: Ted, 12: Ton, 13: Dom, 14: Tor, 15: Taille, 16: Tacho, 17: Decke, 18: Tofu, 19: Taube, 20: Nase, 21: Note, 22: Nonne, 23: Name, 24: Nero, 25: Nil, 26: Nische, 27: Nacken, 28: Neffe, 29: Nabe, 30: Maus, 31: Matte, 32: Mohn, 33: Mumie, 34: Meer, 35: Maul, 36: Masche, 37: Mücke, 38: Muff, 39: Mappe, 40: Rose, 41: Ratte, 42: Rinne, 43: Rahm, 44: Rohr, 45: Rolle, 46: Rüsche, 47: Rock, 48: Riff, 49: Rabe, 50: Lasso, 51: Latte, 52: Leine, 53: Lama, 54: Lore, 55: Lilie, 56: Lasche, 57: Lack, 58: Lava, 59: Lippe, 60: Schatz, 61: Schuft, 62: Schein, 63: Schwamm, 64: Schere, 65: Schlaf, 66: Scheich, 67: Scheck, 68: Schiff, 69: Schippe, 70: Käse, 71: Kette, 72: Kahn, 73: Kamm, 74: Karte, 75: Kohle, 76: Koch, 77: Kuckuck, 78: Kaffee, 79: Kappe, 80: Fass, 81: Fett, 82: Finne, 83: Vim, 84: Fuhre, 85: Feile, 86: Fisch, 87: Feige, 88: Vivil, 89: VIP, 90: Bus, 91: Boot, 92: Bohne, 93: Baum, 94: Bär, 95: Ball, 96: Busch, 97: Bock, 98: Beef, 99: Puppe, 100: Ass. Mit dem Zahl-Wort System können Sie sich lange Zahlen gut merken, z.B. folgende IP-Adresse: 80.237.246.172 Teilen Sie diese Zahl in Zweierkombinationen auf: 80 23 72 46 17 2 Nach unserer Tabelle ergeben sich folgende Begriffe: Fass, Name, Kahn, Rüsche, Decke, Noah. Jetzt brauchen Sie noch eine verrückte Geschichte: Das Fass hat den Namen Oliver Kahn. Wenn man darüber die Rüschendecke deckt, sieht es aus wie die Arche Noah. Um das Zahlengedächtnis zu trainieren, wiederholen Sie z.B. Ihre neue Handynummer häufig, so dass sie in das Langzeitgedächtnis übergeht. Nutzen Sie dabei Eselsbrücken von bekannten Zahlen, wie z.B. 612 für Nikolaus, oder 18 für Volljährigkeit. Vielleicht müssen Sie sich eine Zahl merken, die sich gut teilen lässt, z.B. 7035 (70:2), oder Sie singen sich die Nummer rhythmisch vor, so dass sie automatisch in passende Einheiten zerlegt wird, zum Beispiel: 09 11 43 11 0 2 5. Neben diesen auditiven Assoziationen lassen sich auch visuelle Assoziationen nutzen. Sehen Sie sich die Tasten Ihres Telefons an. Die Zahlen 1, 4, 7, 8 machen auf der Tastatur eine L-Form.
Methode 6: Alphanumerische KombinationenSichere Passwörter bestehen meist aus einer Kombination von Zahlen und Buchstaben. Wie soll man sich das am besten merken? Hat man die Möglichkeit, sich selbst ein Passwort zu wählen, lassen sich die Anfangsbuchstaben eines einprägsamen Satzes verwenden, plus eine für Sie bedeutende Zahlenkombination (nicht Ihr Geburtsdatum, klar). Beispiel: Wir lernen heute ganz fleißig. Wlhgf. Ist allerdings ein Passwort automatisch generiert worden, müssen Sie sich eine Merkhilfe erarbeiten. Dazu benutzen Sie Ihre Schubladenmethode zusammen mit dem Zahl-Wort System. Beispiel: fs37gxa9 f = Fisch, s = Schlange, 37 = Mücke, g = Gans, x = Echse, a = Affe, 9 = Bau. Fisch und Schlange schwimmen im Wasser und essen gern Mücken, die Gans zwickt die Echse und der Affe sieht, wie diese im Bau verschwindet.
Methode 7: Ab in die BadewanneHaben Sie schon wieder Ihren Schlüssel verlegt? Und er kann kein Geräusch von sich geben (wie vielleicht Ihr schnurloses Telefon)? Da gilt das Sprichwort: Ordnung ist das halbe Leben; ordnen Sie bestimmten Gegenständen Stammplätze zu, das hilft enorm. Wenn sich dann der Schlüssel immer noch nicht findet, da er nicht auf seinem Stammplatz gelandet ist, geben Sie Ihrem Gehirn eine Pause. Lassen Sie sich eine Badewanne ein und entspannen Sie sich. Erinnerungen treten nämlich in das Bewusstsein, wenn man sich nicht mit Ihnen bewusst befasst. Ein letzter Tipp: Verbinden Sie Erinnerungen mit Farben, Gefühlen, Geräuschen oder Gerüchen – dann bleiben sie besonders lang in Ihrem Gedächtnis. Und jetzt heißt es: In die Hände spucken und ran ans Lernen! Viel Spaß beim Ausdenken von verrückten Geschichten |
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